Ausschreibung & Vergabe

Was kostet Gebäudereinigung? Wie ein Preis zustande kommt

Die häufigste Frage am Telefon lautet: Was kostet der Quadratmeter? Die ehrliche Antwort ist unbefriedigend — und genau deshalb lohnt sie sich.

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Es gibt Gewerke, bei denen ein Quadratmeterpreis funktioniert. Estrich zum Beispiel: gleiche Schichtdicke, gleiche Fläche, gleicher Aufwand. Reinigung gehört nicht dazu, und wer einen Quadratmeterpreis nennt, ohne das Objekt gesehen zu haben, rechnet mit Annahmen.

Das ist kein Ausweichen, sondern eine Feststellung mit praktischen Folgen: Ein Angebot, das auf falschen Annahmen beruht, wird entweder schlecht erfüllt oder nachverhandelt. Beides kostet mehr, als eine saubere Kalkulation gekostet hätte.

Was den Preis tatsächlich bestimmt

Nicht die Fläche, sondern die Zeit

Reinigung wird in Personenstunden kalkuliert, nicht in Quadratmetern. Die Fläche ist nur einer von mehreren Faktoren, die in diese Zeit einfließen — und selten der wichtigste.

Zweihundert Quadratmeter Lagerfläche mit freiem, glattem Boden sind in wenigen Minuten gemacht. Zweihundert Quadratmeter Sanitärbereich mit zwölf Kabinen, Fugen, Armaturen und Spiegeln brauchen ein Vielfaches. Beides ist „200 m²”.

Die Ausstattungsdichte

Ein leerer Raum wird schnell gereinigt. Ein Raum mit Möbeln, Kabeln, Pflanzen, Aktenstapeln und Besucherstühlen wird es nicht, weil jedes Hindernis Zeit kostet. Fachlich nennt man das Ausstattungsdichte, und sie erklärt, warum ein Großraumbüro pro Quadratmeter günstiger ist als eine Zellenstruktur mit derselben Gesamtfläche.

Daraus folgt ein Hebel, den viele übersehen: Eine Clean-Desk-Regelung an Reinigungstagen und freie Bodenflächen senken die Kosten spürbar — ohne dass am Ergebnis gespart wird.

Der Turnus je Bereich

Der häufigste Kostentreiber ist ein einheitlicher Turnus für das ganze Objekt. Wer fünfmal wöchentlich für alles vereinbart, bezahlt auch das Archiv im Keller fünfmal. Bereichsweise abgestufte Turnus senken die Kosten regelmäßig um zehn bis zwanzig Prozent bei gleichzeitig besserem sichtbarem Ergebnis, weil das Budget dorthin geht, wo es auffällt.

Mehr dazu im Beitrag Den richtigen Reinigungsturnus wählen.

Die Zugangszeit

Reinigung um sechs Uhr morgens kostet anders als Reinigung um vierzehn Uhr. Nachtarbeit, Wochenendarbeit und Einsätze in engen Zeitfenstern erfordern Zuschläge und erschweren die Personalplanung. Ein Objekt, das nur zwischen 18 und 20 Uhr zugänglich ist, ist teurer als eines mit flexiblem Zugang — nicht aus Willkür, sondern weil die Schicht sich schlechter mit anderen Objekten kombinieren lässt.

Die Anfahrt

Bei kleinen Objekten mit kurzem Turnus kann die Anfahrt einen erheblichen Anteil der Gesamtzeit ausmachen. Eine Ladenfront, die wöchentlich gereinigt wird, ist für einen Anbieter im Ort wirtschaftlich darstellbar und für einen aus vierzig Kilometern Entfernung nicht. Deshalb bekommen Sie für dasselbe Objekt sehr unterschiedliche Preise, je nachdem, wen Sie fragen.

Der Bodenbelag

Textile Beläge, beschichtete Hartbeläge, Naturstein und Sicherheitsböden in Nassbereichen verursachen unterschiedlichen Aufwand — im laufenden Turnus und vor allem bei der periodischen Grundreinigung. Ein Belag, der alle zwei Jahre entschichtet und neu aufgebaut werden muss, gehört in die Jahreskosten, auch wenn er im Wochenturnus unauffällig ist.

Woran ein zu günstiges Angebot erkennbar ist

Reinigung ist ein Personalgeschäft. Der Lohn ist tariflich gebunden, Sozialabgaben und Lohnnebenkosten sind es faktisch auch. Wenn ein Angebot deutlich unter den anderen liegt, gibt es dafür eine begrenzte Zahl von Erklärungen:

  • Es wurde weniger angeboten. Der häufigste Fall. Ein Blick ins Leistungsverzeichnis klärt es: fehlende Bereiche, längere Turnus, Verbrauchsmaterial nicht enthalten, periodische Leistungen nicht kalkuliert.
  • Die Zeit ist zu knapp angesetzt. Das fällt in den ersten Wochen nicht auf und danach umso deutlicher, weil das Personal die vorgesehene Zeit nicht einhalten kann.
  • Es wird über Subunternehmer erbracht. Dann liegt die Steuerbarkeit außerhalb Ihres Vertragsverhältnisses, und bei Problemen beginnt die Suche nach der Zuständigkeit.
  • Es ist ein Einstiegspreis. Kalkuliert mit der Erwartung, im zweiten Jahr nachzuverhandeln.

Keine dieser Erklärungen ist grundsätzlich unseriös. Aber sie sollten benannt sein, bevor Sie unterschreiben.

Wie Sie Angebote vergleichbar machen

Ein Preis lässt sich nur beurteilen, wenn klar ist, wofür er gilt. Drei Fragen genügen dafür meistens:

Wie viele Personenstunden je Woche sind kalkuliert? Diese Zahl ist die eigentliche Vergleichsgröße. Zwei Angebote mit ähnlichem Preis und stark abweichenden Stunden beschreiben nicht dieselbe Leistung.

Welche periodischen Leistungen sind enthalten? Grundreinigung, Fensterreinigung, Bodenpflege — mit Turnus. Fehlen sie, kommen sie später als Nachtrag.

Wer stellt das Verbrauchsmaterial? Seife, Papier, Müllbeutel machen über das Jahr einen erheblichen Betrag aus.

Warum wir ohne Objektbegehung kein Angebot abgeben

Aus allem Vorstehenden folgt eine schlichte Konsequenz: Ohne das Objekt gesehen zu haben, ließe sich nur raten. Wir machen das nicht — nicht aus Prinzipienreiterei, sondern weil ein geratener Preis für beide Seiten schlecht ausgeht.

Die Begehung dauert bei einem mittleren Objekt ein bis zwei Stunden, kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Danach erhalten Sie ein Leistungsverzeichnis mit Turnus je Bereich und einen Preis, der auf gezählten Flächen und gemessenen Wegen beruht — und der auch im dritten Jahr noch stimmt.

Nächster Schritt

Wir sehen uns Ihr Objekt an.

Jedes Angebot von uns beginnt mit einer Objektbegehung. Erst danach wissen wir, was Ihr Objekt wirklich braucht — und Sie erhalten einen Preis, der auch nach einem Jahr noch stimmt.

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