Fragt man nach dem gewünschten Reinigungsturnus, kommt meistens eine einzige Zahl zurück: dreimal wöchentlich, fünfmal wöchentlich, einmal wöchentlich. Für das gesamte Objekt.
Das ist nachvollziehbar, weil es einfach ist. Es ist aber fast immer die teuerste Variante — und gleichzeitig die mit dem schlechtesten sichtbaren Ergebnis.
Warum ein einheitlicher Turnus nicht funktioniert
In jedem Gebäude gibt es Flächen mit völlig unterschiedlicher Belastung. Ein Empfangsbereich mit Publikumsverkehr, ein Sanitärbereich für vierzig Personen und ein Einzelbüro im dritten Obergeschoss verschmutzen nicht im gleichen Tempo. Nicht annähernd.
Ein einheitlicher Turnus führt dann zu zwei Effekten gleichzeitig: Die stark belasteten Bereiche werden zu selten gereinigt und fallen negativ auf. Die schwach belasteten werden zu oft gereinigt, ohne dass es jemandem auffällt. Das Budget geht also genau dorthin, wo es niemand sieht.
Eine brauchbare Einteilung
Täglich bis mehrmals täglich — Sanitärbereiche mit hoher Frequenz, Eingangsbereiche bei Schlechtwetter, Kantinen und Pausenräume, Kundentoiletten im Einzelhandel.
Täglich bis dreimal wöchentlich — Verkehrsflächen, Empfang, Besprechungsräume mit regelmäßiger Belegung, Teeküchen.
Ein- bis zweimal wöchentlich — Einzel- und Gruppenbüros, Besprechungsräume mit gelegentlicher Nutzung.
Wöchentlich bis monatlich — Lager, Archive, Technikräume, wenig genutzte Nebenflächen.
Das sind Anhaltspunkte, keine Regeln. Ein Steuerbüro im März hat eine andere Frequenz als im August, eine Praxis in der Grippesaison eine andere als im Sommer.
Die Faktoren, die den Bedarf wirklich bestimmen
Personenzahl, nicht Fläche. Verschmutzung entsteht durch Menschen. Ein großzügig geschnittenes Büro mit vier Personen verschmutzt langsamer als ein enges mit zwölf, obwohl es mehr Quadratmeter hat.
Publikumsverkehr. Externe Besucher bringen Straßenschmutz mit, und sie nutzen Sanitärbereiche, ohne sie zu pflegen. Objekte mit Publikumsverkehr brauchen in den betroffenen Bereichen deutlich mehr.
Bodenbelag. Heller Belag zeigt Schmutz früher als dunkler, textiler hält ihn länger als glatter. Das ändert nichts an der Hygiene, aber viel an der wahrgenommenen Sauberkeit.
Lage und Witterung. Ein Eingang direkt an einer Straße ohne Sauberlaufzone bringt bei Regen erhebliche Mengen Schmutz ins Gebäude. Eine ausreichend dimensionierte Sauberlaufzone — mindestens zwei bis drei Schrittlängen — spart im laufenden Betrieb mehr, als sie kostet.
Jahreszeit. Der Bedarf im November ist ein anderer als im Juli. Verträge, die eine saisonale Anpassung zulassen, sind praxisnäher als solche mit starrem Turnus.
Was periodisch dazukommt
Die Unterhaltsreinigung hält den Zustand. Sie verbessert ihn nicht.
Beschichtete Böden brauchen periodisch eine Grundreinigung, weil sich der Pflegefilm abläuft. Wird dieser Punkt übersehen, wird der Boden trotz täglicher Reinigung immer matter — und irgendwann ist nicht mehr die Beschichtung betroffen, sondern der Belag selbst. Das ist dann kein Reinigungs-, sondern ein Sanierungsfall.
Gleiches gilt für Fensterreinigung, Fugenreinigung in Nassbereichen und die Reinigung schwer zugänglicher Flächen. Diese Leistungen von vornherein mit Turnus einzuplanen ist günstiger, als sie zu vergessen und später als Sonderleistung zu beauftragen.
Wie man es praktisch angeht
Der einfachste Weg ist eine Begehung mit dem Dienstleister, bei der die Bereiche gemeinsam durchgegangen und eingestuft werden. Das dauert bei einem mittleren Objekt ein bis zwei Stunden und ergibt ein Leistungsverzeichnis, das den tatsächlichen Bedarf abbildet.
Erfahrungsgemäß führt das nicht zu höheren Kosten, sondern zu einer Umverteilung: mehr Turnus dort, wo es auffällt, weniger dort, wo es niemand bemerkt. Das Ergebnis ist bei gleichem Budget sichtbar besser.