Bau & Übergabe

Bauendreinigung: Was sie leisten muss — und was nicht dazugehört

Die Bauendreinigung ist das letzte Gewerk vor der Abnahme — und dasjenige, das jede Verzögerung der Vorgewerke auffangen soll.

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Wer schon einmal eine Bauübergabe organisiert hat, kennt den Ablauf: Der Estrich wurde später fertig, der Maler brauchte zwei Tage länger, die Elektriker sind noch im Haus — und der Abnahmetermin steht unverändert.

Die Reinigung soll das auffangen. Das kann sie, wenn drei Dinge geklärt sind: Umfang, Zeitfenster und Abgrenzung zu den anderen Gewerken.

Was zur Bauendreinigung gehört

Der Begriff wird unterschiedlich verwendet, deshalb lohnt sich die Unterscheidung.

Bauzwischenreinigung findet während der Bauphase statt. Sie sorgt dafür, dass nachfolgende Gewerke auf sauberem Untergrund arbeiten können — vor dem Verlegen von Bodenbelägen etwa.

Bauendreinigung ist die vollständige Reinigung nach Abschluss aller Gewerke, bis zur Bezugsfertigkeit. Dazu gehören:

  • Böden, Wände, Decken, Türen und Zargen
  • Fenster innen und außen, einschließlich Rahmen und Falzen
  • Entfernung von Schutzfolien, Aufklebern und Etiketten
  • Zement- und Kalkschleier auf Fliesen und Naturstein
  • Farbspritzer, Silikonreste, Klebebandrückstände
  • Sanitärobjekte, Armaturen, Fugen
  • Einbauschränke, Fensterbänke, Heizkörper
  • Lüftungsgitter und Elektroinstallationen im Sichtbereich

Nachreinigung erfolgt nach der Mängelbeseitigung. Sie wird häufig vergessen — obwohl nach Restarbeiten regelmäßig erneut Staub anfällt.

Wo die Grenze verläuft

Diese Abgrenzung sollte im Angebot stehen, weil sie sonst auf der Baustelle diskutiert wird:

Bauschutt ist Sache des Bauunternehmens. Kleinmengen, die bei der Reinigung anfallen, nimmt der Reinigungsdienstleister mit; Container und Entsorgungsnachweise gehören nicht in die Reinigungskalkulation.

Restarbeiten des Handwerks — nachzuziehende Silikonfugen, fehlende Abdeckungen, Nacharbeiten am Putz — sind keine Reinigungsleistung. Ein Reinigungsbetrieb kann sie nicht erbringen und sollte es auch nicht versuchen.

Bauschäden — Kratzer im Parkett, beschädigte Fliesen, Riefen in Fensterscheiben — verschwinden durch Reinigung nicht. Sie werden dabei nur sichtbar, weil vorher Staub darauf lag. Ein guter Dienstleister dokumentiert solche Funde und meldet sie, statt sie zu übergehen.

Das Zeitfenster realistisch planen

Der Bauzeitenplan sieht für die Reinigung meist eine bestimmte Anzahl Tage vor. Praktisch bleibt davon oft weniger übrig, weil die Vorgewerke sich verschoben haben.

Für die Planung heißt das zweierlei. Erstens sollte der Dienstleister früh eingebunden werden, damit er Kapazität vorhalten kann — bei einem Objekt mit mehreren tausend Quadratmetern braucht es ein bis zwei Wochen Vorlauf, um ein ausreichend großes Team zu stellen. Zweitens sollte man einem Anbieter misstrauen, der jeden Termin zusagt. Eine zugesagte und dann gerissene Bauendreinigung kostet mehr als eine ehrliche Absage zwei Wochen vorher.

Warum die Nachreinigung dazugehört

Zwischen Bauendreinigung und Einzug liegt fast immer die Mängelbeseitigung. Dabei wird gebohrt, gespachtelt, nachgestrichen — und es entsteht erneut Staub, oft in Bereichen, die bereits abgenommen waren.

Wer die Nachreinigung nicht von vornherein einplant, hat zwei Möglichkeiten: verschmutzt übergeben oder kurzfristig teuer nachbeauftragen. Als kalkulierte Position im Angebot ist sie deutlich günstiger.

Ein Wort zur Reihenfolge

Fachgerecht wird von oben nach unten und von hinten nach vorn gearbeitet: erst Decken und Oberkanten, dann Wände und Einbauten, zuletzt der Boden. Und innerhalb des Objekts von der hintersten Einheit zum Ausgang.

Das klingt selbstverständlich, wird aber unter Zeitdruck regelmäßig missachtet — mit dem Ergebnis, dass fertige Flächen erneut verschmutzt und ein zweites Mal bearbeitet werden müssen. Wer bei der Begehung sieht, dass ein Team ohne erkennbare Systematik arbeitet, sollte nachfragen.

Vor der Abnahme gemeinsam durchgehen

Die letzte Empfehlung ist die einfachste: Gehen Sie vor der Übergabe gemeinsam mit dem Dienstleister durch das Objekt. Was dabei auffällt, lässt sich in Stunden beheben. Was erst im Abnahmeprotokoll steht, kostet einen neuen Termin.

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